Ernährung bei chronischer Nierenkrankheit – keine einheitlichen Diätempfehlungen

Die Weltgesundheitsorganisation stufte die chronische Nierenkrankheit 2025 als global relevante Krankheit mit enormer Krankheitslast ein. Wenn etwas an die Nieren geht, wird es ernst, ja bedrohlich“ und war noch vor einigen Jahrzehnten ein Todesurteil. Personen mit einer chronischen Niereninsuffizienz (CKD) haben ein sehr hohes Risiko für weitere Erkrankungen und an diesen zu versterben. Insbesondere das Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis oder kardiovaskulären Tod ist durch CKD ganz wesentlich erhöht. Da CKD häufig nicht rechtzeitig erkannt werden, kommt der früheren Erkennung eine wichtige Bedeutung zu und der damit verbundenen Chance mit Maßnahmen der Prävention (u. a. Ernährung, Bewegung, Nikotinkarenz) die Entwicklung von Folge- und Begleiterkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen sowie nephrologischen Komplikationen zu verhindern. Im Laufe der Erkrankung fallen vermehrt Giftstoffe (Urämietoxine, Harnstoff) an, die im Darm aus eiweißreicher Nahrung entstehen, Phosphat wird nicht mehr richtig ausgeschieden und führt zur Gefäßverkalkung. Häufig entsteht ein Säureüberschuss, der durch eine fleischarme und Obst- und Gemüsereichere Kost abgepuffert werden kann.

  • Klarheit und Wissen: Um eine Mangelernährung zu vermeiden, muss die Ernährung bei CKD ganz klar abhängig von der Phase der Nierenerkrankung gesehen werden. In den Anfangsstadien ist eine kaliumreiche Ernährung günstig, da sie den Blutdruck senkt. In fortgeschrittenem Stadium, wenn die Filterleistung der Niere eingeschränkt ist, kann eine zu hohe Kaliumzufuhr gefährlich für Herz-Kreislauf sein, wenn sie den Kaliumspiegel im Blut zu stark anhebt.
  • Individuelle Alternativen: Kreative Lösungen, die Abwechslung und Freude am Essen erhalten – ohne Verzicht auf Gesundheit und Geschmack.
  • Ganzheitliche Unterstützung: Listen sind hilfreich, aber reine Verbotslisten bringen Frust und führen leicht zur Mangelernährung, die v. a. bei älteren Patienten zu gravierenderen Problemen führt als die Nierenschwäche selbst. Berücksichtigung von körperlichem Wohlbefinden und der Gesamtsituation.
  • Hilfe im Alltag: Tipps für den Einkauf, das Kochen und welche Lebensmittel wie wirken. Zum Beispiel ist oft nicht der reine Phosphatgehalt im Lebensmittel entscheidend für die Beeinflussung von Blutwerten, sondern was sonst noch für Bestandteile (Ballaststoffe) enthalten sind.